Die Tierpalette reicht hier von Mäusen, Nerzen und Meerschweinchen, die wieder ausgewildert werden sollen, über Eisvögel, Meisen, Mauersegler und Seeschwalben bis hin zu Geckos, Lemuren und Fledermäusen, deren Brut-, Jagd- und Fluchtverhalten beobachtet werden soll.

Die

Opens external link in new windowAbteilung angewandte Zoologie und Naturschutz an der Universität Greifswald

unter Leitung von Prof. Dr. Gerald Kerth wendet einen integrativen Ansatz an, der verhaltensbiologische, ökologische und molekulare Methoden kombiniert, um Fragen an der Schnittstelle von Evolutions-, Verhaltens- und Naturschutzbiologie zu untersuchen. Derzeit untersuchen sie vor allem Fledermäuse und die Arten mit denen sie interagieren (von Viren, Pilzen und Arthropoden bis hin zu Pflanzen).

Im Folgenden finden Sie weitere stichwortartige Beispiele. Erzählen Sie uns von Ihrer Aufgabenstellung, wir beraten Sie gerne.

•    Bei transgenen Mäusen stellte man fest, dass Sie kein Alzheimer entwickeln, wenn man sie nicht in den Laborkäfigen hält, sondern ihnen, in größeren Einheiten mit Röhren, Laufstegen und verschiedenen Ebenen genügend Bewegung verschafft.

•    Die Beobachtung von Seeschwalben über lange Jahre hat gezeigt, dass "erfahrene" Elternpaare ein deutlich besseres Brutergebnis zeigen, als "jungvermählte".

•    Bei Geckos wurde festgestellt, dass sie eine zweite Periode erhöhter Aktivität bei Sonnenaufgang haben, was in früheren rein visuellen Studien übersehen wurde.

•    In einer Studie mit Mauerseglern wird gerade erforscht, in welchem Maße sich Henne und Hahn an der Brutpflege beteiligen.

•    Immer mehr Flüsse und Bachläufe werden renaturiert, um optimale Laichareale für Fische zu schaffen. Hier ist es interessant zu wissen, in welche Richtung die Fische wandern und ob sie, nach ihrer Zeit im Meer, in das Laichgewässer zurückkehren.

•    Die Gewässergüte lässt sich unter anderem mit der Analyse des Gewölles von Eisvögeln bestimmen. Dabei wird genau festgehalten, welche Gewässer der Vogel befischt.

Ein typisches Beispiel ist auch die Doktorarbeit von Yann Gager. Er untersuchte den Zusammenhang zwischen Gruppenleben und der ökologischen Nische der tropischen Fledermausart Molossus molossus. Unsere Feldarbeit dafür führten wir in der Ortschaft Gamboa am Panama-Kanal und mitten im tropischen Regen-wald durch. Alle Fledermäuse (bisher bereits mehrere tausend) wurden beim ersten Abfang der vielen Quartiere die wir in Gamboa überwachten mit Transpondern markiert. Mittels Wiedererkennung bei erneuten Abfängen konnten wir so zum Beispiel die Überlebenswahrscheinlichkeit und –dauer abhängig von verschiede-nen Variablen berechnen. Außerdem sind mehrere Quartiere mit automatischen Lesegeräten ausgestattet, diese erlauben uns neben vielem anderem zum Beispiel, in Kombination mit einer Waage, zu bestimmen wie lange und effizient die Fledermäuse jagen und wie dies mit der Gruppengrösse und –stabilität zusammenhängt.